[ Part 1 ] Die Anreise und erste Eindrücke 

Das Jahr ist noch jung, dennoch wurde schon ein lang gehegter Traum von mir wahr. Ich konnte zusammen mit drei Freunden nach Norwegen reisen um dort Nordlichter zu suchen und im Idealfall auch zu fotografieren. Die Reise sollte in unvergessliches Erlebnis werden.

Nun war ich ja doch schon in dem einen oder anderen Land unterwegs, und hab mich dort fotografisch umgesehen. Als allerdings am 24.02.18 mitten in der Nacht um 2:30Uhr der Wecker klingelte wusste ich so gar nicht was mich erwarten würde. Zum ersten Mal geht der Flug nicht in Richtung Süden oder in warme Gegenden. Viel mehr ist genau der Umgekehrte Fall angesagt. Oberhalb des Polarkreises liegt mein Reiseziel. Wir werden für eine Woche die Landschaft um die Stadt Tromsö erkunden und auf Nordlicht Jagt gehen. Schon der erste Tag sollte ein ordentlicher Ritt werden. Kaum in Tromsö angekommen machten wir uns auf zur Mietwagen Station von AVIS. Ein schönes Upgrade auf einen Q5 mit Spikes war schon mal ein super Einstand. Gerade mal 15 Minuten dauert die Fahrt durch die Stadt zur unserer Mietwohnung. Almut Prahl empfing uns in ihrem Haus mit offenen Armen und einer warmen Suppe. Wer Interesse an einer Wohnung in Tromsö hat kann sich gerne an mich wenden, ich mache euch den Kontakt zu Almut. Irgendwie hatten wir allerdings keine wirkliche Ruhe im Hintern. Es wurde langsam dunkel draußen. Bei klarem Himmel und -10°C waren die Chancen auf die Lady Auroa gar nicht so schlecht. Was soll ich sagen? Koffer auspacken oder gar Schränke sauber einräumen wird völlig über bewertet. Wir sind rein in die dicken Schuhe, die Jacken und die Handschuhe der Heat Company. Unser Q5 lief schon warm und wir machten uns auf in die Fjorde rund um Tromsö. 

Auf der Hochebene von Kvaloya in Richtung Sommaroy standen wir nun auf einer wunderbar verschneiten Gebirgswand die in den Himmel ragte. Der Himmel war klar und die Sterne gut zu erkennen. Dann ging es los. Langsam sah ich erste grüne Streifen am Himmel, Anfangs noch sehr schwach und kaum zu erkennen wurden diese immer kräftiger. Kaum Bewegung war zu erkennen. Aber eines war klar, wir haben schon am ersten Abend die Aurora gesehen. In den folgenden Stunden hatten ich und meine Kamera keine Ruhe mehr. Ein Bild nach dem anderen brannte ich auf dem Sensor der 5DMIII. Alois, der schon einige Male die Aurora gesehen hatte stand relativ souverän und ruhig neben uns und meinte „Ja, das sind Nordlichter“. Von dns.art, Daniel Spohn und mir kamen allerdings ganz andere Ausdrücke. „Wow, Geil, Hammer und typisch saarländisch oh leck“ waren oft gehört an diesem Abend. Irgendwann packten wir dann spät in der Nacht zufrieden und etwas unterkühlt unsere Sachen und machten und auf in die Wohnung. Was für ein Einstand und was für eine erste Nacht mit der Lady Aurora.

 

[Part 2] Der wilde Ritt geht weiter

“Der Wilde Ritt” ist das nicht etwas dick aufgetragen? Nein, ist es nicht. Am zweiten Tag nun zog es uns zunächst in die wunderbare Eis und Fjord Landschaft um die Stadt Tromsø herum. Alois Saal unser Guide der sich vor Ort extrem gut aus kennt führe uns zielsicher zu einigen Lokationen die es in sich hatten. Auf dem Weg dort hin booten sich immer wieder wunderbare Gelegenheiten um anzuhalten und die Natur zu bewundern. Ich muss echt gestehen das es für mich, der noch nie in diesen Breiten unterwegs war ein ein sehr eindrückliches Erlebnis war. Diese bombastischen, über alles erhabenen Berge die in der Ferne die Landschaft dominieren strahlen eine ganz besondere Stimmung aus. So war es mir auch an einigen Stellen sehr wichtig die Kamera einmal nicht im Anschlag zu haben und einfach die Situation zu genießen.Diese Tage hatten so einige Höhepunkte für uns bereit gehalten. So besuchten wir z.B. Sommarøy. Diese kleine Insel ist durch eine wunderbar geschwungene Brücke mit dem Festland verbunden. Diese hatte es mir natürlich sofort angetan. Ich wollte unbedingt diese Brücke mit Lichtspuren in einem Panorama mit nach Hause nehmen. DNS.art haben wir noch um den halben Berg gefahren und ihn dort raus geworfen. Der wollte unbedingt von der anderen Seite die Anhöhe erklimmen. Na ja, er ist ja noch jung da kann man solche Eskapaden schon mal wagen. Daniel Spohn – Life through LensesAlois Saal und ich allerdings machten uns von der Meerseite an den Aufstieg. Von hier aus kommt man durch einen kurzen aber heftigen Anstieg auch schnell einige Meter über den Meeresspiegel hinauf und kann mit dem Rücken an der Felswand die Brücke wunderbar fotografieren. Bloß nicht ach vorne bücken, sonst drückt der eignen Hintern einen über die Felswand. Nach ca. einer Stunde war das Ding im Kasten und ich stieg zufrieden ab in Richtung Auto. Einen Kaffee und ein belegtes Brötchen später sammelten wir Nico wieder auf der völlig im Ar… aber glücklich auf der anderen Seite den Rückweg zu unserem auto gefunden hatte.

Wir hatten auf unserer Google Earth Liste mit GPS Punkten noch ein altes Schiffswrack eingetragen welches wir unbedingt aufsuchen wollten. Zwar waren wir zur falschen Tageszeit hier, aber im die Lokation zu erkunden reichte es alle mal dachten wir. Auf dem Weg dort hin dann das Riesen Glück. Nichts ahnend fuhren wir unserem blöden Navi nach das uns eh ständig im Stich lies als Alois Saal in seiner unnachahmlichen Ruhe fest stellte “da stehen wilde Rentiere“. Was, wo, wer, wieso und wie geil ist das den schallte es auf einmal von den anderen drei Insassen des Autos durch den Innenraum. Sofort hielten wir an und machten die Kameras mit den Sigma 150-500mm F5-6.3 DG OS HSM klar. Rentiere in der freien Natur. Im besten Licht. DANKE an egal wen.

 

[ Part 3 ] “das Wetter wird schlechter”

Was heißt hier “das Wetter wird schlechter”? Das Wetter wird anders, würde ich sagen. In den folgenden Tagen erwarteten uns völlig andere Bedingungen als in den Tagen zu vor. Wir hatten eine geschlossene Wolkendecke und unsere Wetter App Aurora Forecast sagte auch nix wirklich spektakuläres voraus. Was also tun? Den Kopf in den Schnee stecken ging nicht, der war hart gefroren und schon beim ersten Versuch wären schwere Verletzungen nicht auszuschließen gewesen.

Wir planen also etwas um. Es gibt hier genügend Möglichkeiten auch bei schlechterem Wetter zu fotografieren. Der erste Stop den wir einlegten war auf einer freien Landfläche die nur von ein paar Birken unterbrochen wurde. Wir hatten Schneesturm, und wenn ich sage Schneesturm meine ich Schneesturm. Selten hab ich bisher Schnee waagerecht fallen sehen. Hier war genau dies der Fall. Ein Abenteuer für mich, der bisher immer schön ins warme geflogen ist zum fotografieren. Hier entstand auch das Gruppenfoto unten von der geilsten Reisegruppe seit den Gefährten in dem komischen Film mit dem Ring. Von links nach rechts sind auf dem Bild zu sehen Mütterthies FotodesignAlois SaalDNS.artDaniel Spohn – Life through Lenses und ein Baum. Der Tag verging und nach einem grandiosen Steak im Egon machten wir uns langsam auf in unsere Wohnung. Was sollte der nächste Tag wohl bringen? Ganz einfach, er war grandios. Obwohl ich mehr als skeptisch war fuhren wir ein zweites mal an den Grøtfjord, Troms, Norway. Klar die Gegend ist landschaftlich der Hammer und unglaublich fotogen. Aber bei dem Wetter? Als wir nach einer Stunde Fahrt In der Ortschaft Grotfjord angekommen waren lag eine komische Stimmung über den Häusern. Alles war sehr düster, kalt und keine Menschen Seele war auf der Straße. Ja Einzahl, die Straße. Der Ort hat nur eine. Schon von der Straße die zu dem Ort führt hatte ich einen breiten Strand gesehen über den sich das zurück laufende Wasser in schönen Streifen seinen Weg ins Meer bannte. “SPAGETTIWASSER” schoss es mir durch den Kopf. Eine meiner absoluten Lieblingsübungen in der Fotografie. Parkplatz suchen, raus aus dem Auto f-stop Gear auf den Rücken und los geht die Aktion. Ich liebe es mit dem Wasser zu spielen, die Belichtungszeiten mit den Rollei Filtern zu dehnen und so dem Wasser Strukturen zu verleihen.

Aber Nico Schütz und Daniel Spohn hatten noch nicht genug. Auf der Karte war unmittelbar auf der anderen Seite des Berges ein kleiner Ort zu sehen. Rekvik, Troms, Norway besteht aus 25 Häusern und sagen wir mal einer halben Straße. Ein wunderbarer Ort der Ruhe und Abgeschiedenheit. Noch einmal gab ich mich voll und ganz meiner Leidenschaft für das fotografieren im Meer hin. Eine Aufnahme nach der Anderen speicherte meine Canon 5D MK III auf dem Sensor. Was für ein Erlebnis. Danke Daniel Spohn – Life through Lenses und DNS.art für die Hartnäckigkeit.

Am Abend erkundeten wir dann noch etwas die Stadt Tromsø und machten uns einen Eindruck der teils sehr ansprechenden Architektur. Hier stach vor allem die Bibliothek und er Hafen heraus. Nach einem letzten Essen beim Egon ging es dann zurück in die Wohnung zum packen. Alois und ich bleiben in der Wohnung. Nico und Daniel allerdings machten sich noch einmal auf den Weg Richtung Grotfjord. Was die dort erlebt haben könnt ihr sicher demnächst bei DNS.art und Daniel Spohn – Life through Lensesnachlesen. Ich hab jedenfalls kaum ein Auge zu gemacht bis die beiden morgens um 6.00 Uhr wieder da waren. Wer mich kennt weis das ich gerne auf der sicheren Seite unterwegs bin. Schließlich ging um 10 der Flug.

NorwegenTromsø, heute ist nicht alle Tage. Ich komme wieder, keine Frage.