Ein*e Fotograf*in in der Fußgängerzone

9. Mai 2021

Was kann an einem/er Fotografen/in in eine Fußgängerzone schon besonderes sein?

Was ist das denn nun schon wieder für eine komische Überschrift? Vielleicht war genau das deine Reaktion, oder besser dein erster Gedanke als du den Titel dieses Blog Eintrages gelesen hast. Was kann mit “Ein Fotograf in der Fußgängerzone” gemeint sein? Natürlich und selbstverständlich müsste der Titel “Ein/e Fotograf/in in der Fußgängerzone” sein. Das liest sich nur für SEO gar nicht gut. Ab hier nun achte ich darauf. 

  • Naturfotograf
  • Referent
  • Fototrainer
  • Workshop Leiter
  • Netzwerker 
  • Teil von “Natur im Fokus”

Ich möchte euch den Ansatz zu diesem Beitrag anhand eines kurzen Experimentes erklären, welches Studenten/innen ab und an im Rahmen des Studiums der Fotografie durch führen.

 

Es werden 20 Personen an einem Markttag in die Fußgängerzone einer Stadt eingeladen. Ihnen wird eine denkbar einfache Aufgabe gestellt. Sie sollen innerhalb von ca. 15 Minuten einen bestimmten Weg über den Markt laufen. Die Besonderheit an dem Test ist es, dass 10 Personen ambitionierte Fotografen/innen und 10 Personen “normale” Passanten/innen sind. Weitere Aufgaben werden den Probanden/innen keine erläutert. 

Zur Analyse des Test kommt es dann im Nachgang. So werden den 20 Personen Stift und Papier bereit gestellt und jeder soll für sich selbst aufschreiben was er in den 15 Minuten alles beobachtet hat. Das Ergebnis ist an dieser Stelle immer sehr ähnlich und verwundert nur auf den ersten Blick. Die Fotografen haben durch die Bank ein vielfaches an Beobachtungen zu Papier gebracht. Und diese auch deutlich eindringlicher beschrieben. 

 

Ein Beispiel: Auf der Wegstrecke befindet sich ein kleiner Stand mit Blumen, Gestecken und Pflanzen aller Art. Die Beschreibung der Passanten/innen liest sich ungefähr so. “Ein Blumenladen” oder “Eine Gärtnerei”. Die Fotografen/innen hingegen beschreiben die exakt gleiche Situation als, “ein kleine Holzbude mit roten und weißen Rosen. Dahinter noch einige Gestecke die schön satt grün waren und große Buchsbäume” Jetzt wird klar was der Sinn hinter dem Versuch war. Die Studenten/innen sollen erfahren wie ein fotografisch geschultes Auge das Sehen eines Menschen verändert. Genau zu diesem Thema nun dieser Blog Beitrag. 

"Das fotografische Auge"

– Motive finden – 

Um in einer Alltagssituation schon beim bloßen Betrachten, oder im Vorbeigehen ein Motiv zu erkennen, braucht es schon so einiges an Übung. Hier spielen die unterschiedlichsten Arten der Fotografie stark mit in die Motivsuche des/der einzelnen Fotografen/in mit hinein. So können durchaus in einer Szene verschiedene Motive versteckt sein.

 

Nehmen wir das Beispiel diese Aufnahme eines Verkaufsstandes an einer Straße auf Madagaskar. Der Portraitfotograf wird wohl das Mädchen, welches in die Kamera blickt als als Motiv erkennen. Makro Fotografen/innen könnten sich auch den Früchten und Farben der Auslage widmen und ein/e Landschaftsfotograf/in läuft an den beiden vorbei um das weite Tal hinter der Szene zu fotografieren. 

Mein Tipp: Geht gezielt an verschiedene Themen heran. Einfach mal nur eine Kamera mit einem Objektiv mit nehmen. So wird der Blick für genau diese Motive gut trainiert. 

– Licht lesen – 

Ist es wirklich möglich das Licht zu “lesen”? Klar ist das möglich. Sobald du als Fotograf/in ein Bild machst, hast du genau das kurz zuvor getan. Unbewusst hast du die Aufnahmesituation bewertet und aus den vorherrschenden Lichtverhältnissen die Einstellungen deiner Aufnahme gewählt. Auch wirst du je nach Gegebenheiten deinen Standort geändert oder auch die Brennweite des Objektives verändert haben.

 

Wieso hat das Licht einen derartig Großen Einfluss auf die Fotografie? Im Prinzip ist Fotografie im reinen Wortsinn “malen mit Licht”. Genau hier wird das wir uns das Licht in dem Foto zum Nutzen machen müssen um ein gutes Bild zu erzeugen. Die Kunst für dich als Fotograf/in ist es nun, die einzelnen Arten des Lichtes so zu nutzen das diese ihre jeweilige Wirkung im Bild entfalten können. Wie kannst du nun dieses Licht “lesen” erlernen? Hier habe ich ein paar Tipps aus meiner Erfahrung als Naturfotograf. 

 

# Zunächst ordne ich in der vorgefunden Situation das Licht nach seiner Richtung zum Aufnahmewinkel ein. Handelt es sich um Fotografiere ich mit oder gegen die Sonne? Habe ich ein Streiflicht mit in der Aufnahme?

 

# Wie ist die Intensität des Lichtes? Eine Vollmond Nacht erzeugt im Vergleich zu einer Tageslicht Aufnahme, eine völlig andere Lichtstärke.

 

# Wie ist die Lichtfarbe zu beurteilen. Hier kommen schnell Begriffe wie Blaue, oder Goldene Stunde ins Spiel. 

 

Aus diesen Parametern kannst du dann die Einstellungen deiner Kamera ableiten. Was aber viel wichtiger ist, du kannst diese Eckdaten nutzen um mit dem Licht in der Aufnahme zu spielen und so das Licht als Stielmittel einsetzen. So wäre  das Bild von den Bäumen und Sträuchern ohne das Streiflicht und die Lichtfarbe im Nebel nicht mal halb so gut. 

 

– Farben kombinieren – 

Sehr unbewusst analysieren wir als Betrachter eines Fotos immer wieder auch die Farbinhalte der Aufnahme.  Grob gesagt sind Farben die zueinander komplementär sind eben jene die sich auf einem Farbenkreis gegenüber liegen. In unsrem Beispiel auf der rechten Seite kannst du an dem Pfeil erkennen das zum Beispiel Gelb und Blau exakt komplementär sind. Weitere komplementäre Farbgegensätze sind Cyan/Rat und auch Magenta/Grün. Ein perfektes Beispiel aus der Werbung ist hier das Logo von IKEA, schau mal welche Farben das hat. 

 

Wie kannst du dir nun beim Fotografieren, genau diesen Effekt zu Nutze machen? Sollte es die Aufnahmesituation zu lassen, kannst du versuchen genau diese Farbkombinationen zu erstellen. So wäre es denkbar in einem Blumenfeld eben jene Blüten in Schärfe und Unschärfe zu setzten die eben  Gelb und Blau sind. In dem Beispiel auf der rechten Seite erkennst du gut das die Wanze mit der Magenta Farbe in auf ihrem Rücken genau zu dem Grün des Hintergrund komplementär verhält. Glücklicher Weise sind auch noch die Beine der Wanze Gelb, was super zu der blauen Blüte passt. 

 

Dies ist sicher eine sehr schwierig zu beeinflussende Größe in der Beurteilung des Lichtes. Oder besser der durch das Licht erzeugten Farbe in deinem Bild. Achte einfach einmal ab und an darauf. Vielleicht wird so das eine oder andere Bild unbewusst etwas harmonischer wirken. 

Perspektiven ändern – 

Eigentlich sollte dieser Punkt am Anfang dieses Berichtes stehen. Kaum eine Größe hat einen ähnlich großen Einfluss auf die Wirkung einer Aufnahme wie die Perspektive. Über diese muss ich irgendwann einmal einen eigenen Bericht hier online stellen. In Kombination mit einer interessanten Lichtsituation ist ein Perspektivwechsel ein sehr mächtiges Mittel in der Fotografie. 

Schau dir mal das Bild links an. An einem wolkigen Nachmittag war ich hier im Wald rund um meine Heimatgemeinde Marpingen unterwegs. Irgendwie war das Licht nicht wirklich einladend und mir ist nix so richtig ins Auge gesprungen, was ich gerne fotografieren möchte. Wenn du dich in so einer Situation einfach mal auf den Boden legst und nach oben schaust, wirst du merken wie auf einmal ein ganz neuer Kosmos an Bildideen und Einstellung auf geht. Als Nebeneffekt kannst du noch nette Leute kennen lernen die dir auf die Füße helfen wollen. 

Warum ist das so? Tja, du hast du Perspektive gewechselt. In diesem Fall von der “normalen” Perspektive im Stehen mit deinen Augen auf 170cm (bei mir), hin zur Froschperspektive. Diese ist für dein Gehirn neu und unbekannt. So wird diese Situation und auch das Bild sofort sehr interessant. Dies ist wohl auch der Grund aus dem in den letzten Jahren die Drohnen so erfolgreich sind. 

zu Gast im Podcast

Seit vielen Monaten höre ich nun schon einige Podcasts. Wie ich darauf gekommen bin, weiß ich selbst nicht mehr so ganz genau. Irgendwann hab ich mal so was aufgeschnappt wie “hör dir mal den Podcast xyz an”. Seit der ersten Folge die ich dann gehört habe bin ich großer Fan dieses Mediums geworden. Für mich ist eine der besten Ablenkungen und Möglichkeiten zum Zeitvertreib die es gibt. Anstatt beim Autofahren Radio zu hören, laufen immer wieder meine liebsten Podcast über die Anlage im Auto. Ich höre viele verschiedenen Podcast Sendungen. Alle selbst verständlich aber aus den Bereichen die mich besonders interessieren.

Weiterlesen »

Wie ihr alle sicher wisst bin ich sehr viel auf Reisen unterwegs um zu fotografieren. So hat mich die Fotografie schon in einige Ecken unserer Erde geführt. Von Afrika über die USA, Kuba bis in den hohen Norden nach Nord-Norwegen. Eine ganz besondere Beziehung aber pflege ich zu einem ganz sehr nahe gelegenen Ort. Die meiste Zeit des Jahres verbringe ich nämlich nicht auf irgendwelchen Fotoreisen um die Welt. Nein, ich bin in meinem Heimatort unterwegs. So erkunde ich immer wieder verschiedenen Locations hier in meiner Heimat. Auch ein doch recht kleiner Ort wie die Gemeinde Marpingen kann durchaus fotografisch so einiges bieten. So möchte ich euch in diesem Beitrag mit nehmen auf eine kleine Exkursion durch mein Marpingen.

Weiterlesen »
Blogbeitrag Reisetagebuch

Ich sitze zusammen mit Daniel Spohn und meinem Sohn in einer kleinen Steinhütte im Andringitra Gebiet auf Madagaskar. Das Lagerfeuer brennt schon und wir wärmen uns an den Flammen. Gerade haben wir zu Abend gegessen und den Tag an uns vorbei ziehen lassen. Es war eine wunderbare Wanderung Heute mit vielen Eindrücken und Erlebnissen. Aber wo waren wir Gestern? Was haben wir Vorgestern alles erlebt? Mitten im Gespräch merken wir, dass es auf derart intensiven Reisen alles andere als einfach ist sich an alles zu erinnern was in den letzten Tagen passiert ist. Ich würde sogar behaupten, es ist unmöglich.

Weiterlesen »

Was kann an einem/er Fotografen/in in eine Fußgängerzone schon besonderes sein?

Was ist das denn nun schon wieder für eine komische Überschrift? Vielleicht war genau das deine Reaktion, oder besser dein erster Gedanke als du den Titel dieses Blog Eintrages gelesen hast. Was kann mit “Ein Fotograf in der Fußgängerzone” gemeint sein? Natürlich und selbstverständlich müsste der Titel “Ein/e Fotograf/in in der Fußgängerzone” sein. Das liest sich nur für SEO gar nicht gut. Ab hier nun achte ich darauf.

Ich möchte euch den Ansatz zu diesem Beitrag anhand eines kurzen Experimentes erklären, welches Studenten/innen ab und an im Rahmen des Studiums der Fotografie durch führen.

Weiterlesen »

Reisen 2021 “Was planst du an Reisen für 2021?” Reisen 2021, das wird ein schwierigeres Thema werden! Genau diesem schwierigen Thema für uns Naturfotografen hatte ich mich zunächst in einem Beitrag auf Facebook an genommen. So stellte ich dort ein paar Fragen, die zunächst vielleicht so scheinen als sein diese leicht zu beantworten. Über die doch sehr unterschiedlichen und sehr differenten Antworten war ich dann doch erstaunt. Vor dem Hintergrund

Weiterlesen »

Heute werde ich euch an der Gestaltung eines Fotobuches teil haben lassen. Dies von der ersten Idee bis hin zum fertigen Druck. Als ich irgendwann im Januar 2021 eine Werbung der Fa. Saal-Digital auf Facebook entdeckte, wurde ich sofort aufmerksam. Schon seit langem überlegte ich daran ein Fotobuch zu erstellen. Irgendwie fehlte mir aber immer die Motivation und vor allem die Idee des Inhaltes. “Saal-Digital bringt eine neue Klasse von Fotobüchern raus, und sucht dafür Tester”. So war in der Anzeige zu lesen. “Ok”, mal genau lesen was ich da machen muss …..

Weiterlesen »