Dolomiten

Kurztrip in die Dolomiten? Wie kommt man auf so eine Idee?

Wenn ich ehrlich bin kann ich das nicht wirklich beantworten. Unser Fotografen Tourette hat mal wieder durch geschlagen. So sind wir also Freitag Abend sofort los.


DIE SEISER ALM

Nach ca.8 Stunden Fahrt durch Deutschland, Österreich und Italien sind wir gegen 2 Uhr endlich in Compatsch angekommen. Hier ist die letzte Möglichkeit das Auto ab zu stellen. Auf einem großen Parkplatz, der um diese Zeit leer ist können wir uns den Platz aussuchen. Von hier sind es zu Fuß gerade mal 35-40Minuten bis zu der Hochebene aus der die Seiser Alm im Prinzip komplett besteht. Die Alm selbst ist die größte Hochalm Europas. Wir befinden uns beim Fotografieren hier auf einer Höhe von ca. 1800m. Auch hier ist es wie in fast allen Touristisch erschlossenen Gebieten so, das zum Sonnenaufgang die Lokation noch fast Menschenleer ist. Es waren ca. 20 Fotografen vor Ort, die sich aber auf der riesigen Fläche völlig verlaufen haben.Leider hatten wir an dem Morgen nicht das Glück eines wunderbaren Alpenglühen auf den Gipfeln der Umgebung. Lediglich etwas Streiflicht kam für einige kurze Momente auf.Die vielen kleinen Hütten und Häuser hier oben sind ausnahmslos alle in Privatbesitz oder gehören zu einem der wenigen Hotels die es hier gibt. An dieser Stelle möchte ich durchaus lobend erwähnen das mir an keiner Stelle irgendwie Müll oder zertrampelte Wiesen aufgefallen sind. Hier scheinen sich wirklich alle an die Vorgaben zu halten. SEHR GUT.


DER KARERSEE

Nach einer ersten kurzen Nacht auf der Seiser Alm und einem ausgiebigen Kaffee Exzess in einem der Hotels in Compatsch Compaccio (1.850 mt), fuhren wir langsam weiter Richtung Pordoijoch. Wir hatten uns vor genommen hier die Nächste Nacht zu verbringen und einige schöne Langzeitbelichtungen durch zu ziehen. Auf dem Weg zum Pordoijoch sind wir noch am Karersee vorbei gefahren und wollten es uns nicht nehmen lassen dort auch zu fotografieren. Ok, um diese Uhrzeit war das natürlich aus mehreren Gründen alles andere als sinnvoll. Zum einen waren unglaublich viele Touristen hier an dem See. Und ja, ich bin einer davon gewesen. Zum Anderen ist natürlich das Licht um 11.30Uhr nicht das Beste. Ich bin mir sicher das diese Lokation zum Sonnenaufgang ein wirklicher Hingucker ist. Was bedeutet, das wir wieder kommen müssen.


Sellajoch und Pordoijoch 

Ok, ich gebe zu dieser Abschnitt unserer kurzen Reise in die Dolomiten lief nicht ganz wie geplant. Die Passstraße zum Pordoijoch ist ein echter Hingucker und sollte unsere Lokation für diesen Abend werden. Nach Sonnenuntergang wollten wir dann noch zum Passo Giau – dolomitesweiter fahren um dort den Sonnenaufgang mit zu bekommen. Tja, es kam etwas anders.Mitten bei Fotografieren zog urplötzlich eine breite schwarze Front am Himmel auf. Als DNS.art meinte “ich glaube wir packen ein”, wusste ich was die Stunde geschlagen hat. Wenn Nico einpacken will, sollte ich schon längst weg sein. Was soll ich sagen? Gerade so haben wir es im Laufschritt noch über den Abstieg hin zum Auto geschafft. Rein in die gute Stube und dann mit dem Auto in den Eingangsbereich der Seilbahn gefahren. Hier standen wir unter einem Dach und konnten so auch mal trocken aus dem Auto aus steigen. An eine Weiterfahrt zum Giau Pass allerdings war nicht zu denken. Die Abfahrt vom Pordoijoch ging drei oder 4 Kurven gut, dann lag der erste Baumstumpf auf der Straße. Zwei Kurven weiter ging dann nix mehr. Also drehen und zurück auf den Pass. Wir stellten den Wecker auf 4.30 Uhr und wollten zum Sonnenaufgang vor Ort sein. Leider hatten wir nicht mit der Wucht des Gewitters gerechnet das sich Nachts noch entladen hatte. Der Pass war gesperrt und die Straße wurde mit Ladern und Baggern wieder gerichtet. “Planänderung” war das Stichwort. Auf der anderen Seite runter vom Pordoijoch geht es zum Sellajoch. Dort konnten wir einige klasse Aufnehmen machen. Schöne Langzeitbelichtungen mit ziehenden Wolken.


Der Seceda 

Nach der wilden Nacht und dem nicht geplante Aufenthalt am

Sellajoch

ging es an diesem Morgen weiter nach Sankt Ulrich. Von hier aus ist es für satte 35€ möglich mit einer Seilbahn auf den Seceda zu fahren. Ich hab echt überlegt, ob diese Investition sich wirklich lohnen wird. Auch weil es unten an der Station so aus sah als wäre da oben die Hölle los oder es würde gerade Klopapier zur besten Hamsterkauf Zeit angeliefert.

Wir haben uns dann aber doch dazu durch gerungen hoch zu fahren. Schließlich wollten wir so viele Eindrücke wie möglich sammeln. Oben aus der Bahn steigt man praktisch sofort an der Fotolokation aus. Gerade mal nach 10-15 Minuten Weg bauen sich viele verschiedene Kompositionen vor meinem geistigen Auge auf. Selten musste ich eine Landschaft zunächst so lange wirken lassen, bis ich wirklich die ersten Bilder machen konnte. Die Menschen verlaufen sich hier oben sehr schnell. Das Gebiet ist sehr groß und bietet etliche verschiedene Wege und Steige um erschlossen und entdeckt zu werden. Wir hatten leider nur Zeit bis zur Abfahrt der letzten Bahn um 17.30Uhr. Sehr gerne würde ich hier einmal einen Sonnenuntergang oder Sonnenaufgang erleben. Was jetzt auch fest in Planung ist. DNS.art heckt wohl schon einen Plan aus. Hier geht nun nach der Abfahrt unsere extrem kurze aber erlebnisreiche Tour in das
Atemberaubendes Tirol leider zu Ende. Am nächsten Tag entschieden wir uns nach einer Nacht in Garmisch die Rückreise an zu treten. Regen, Regen, Regen…… ABER WIR KOMMEN WIEDER !!!!