(9) Eine Foto Ausstellung planen

Wie organisieren wir eine Foto Ausstellung?


Meine eigene Foto Ausstellung präsentieren.

Ich stelle zu Beginn dieses Beitrages gleich mal eine provokative Frage. “Sind deine Bilder dir nicht zu schade um sie von Facebook und Instagram auf Miniaturgröße zu reduziere und durch einen fremden Algorithmus zu jagen?” Genau diese Frage stellte ich mir zusammen mit Daniel Spohn von “Natur im Fokus” vor einigen Jahren. Wir hatten auf unseren Reisen und auch zuhause vor der Haustür inzwischen so einiges an Bildern angesammelt. Nun wollten wir diese aus der rein Digitalen Welt endlich heraus lösen und eine eigene Ausstellung mit gedruckten Bildern von uns auf die Beine stellen.

Zu dem Zeitpunkt, als ich diesen Bericht schreibe, sind es schon fünf Ausstellungen und diverse Multivisionen geworden. Wo auch immer es geht zeigen wir unsere Bilder in gedruckter Form, oder auf großen Leinwänden. Ich behaupte ganz einfach, dass jeder Fotograf/in der seine Bilder als großen Druck oder auf einer 4x6Meter Leinwand gesehen hat genau weis warum wir dies tun.

Nun aber aber zum eigentlichen Aufhänger hinter diesem Bericht. Wie gehen wir an die Organisation einer Fotoausstellung heran?

Es müssen einige Dinge beachtet, und in einer gewissen Reihenfolge erledigt werden, um eine Ausstellung erfolgreich zu präsentieren. Selbst verständlich wird sich auch hier die Handschrift des Fotografen zeigen. Hier nun die wichtigsten Punkte zum erstellen der Ausstellung an sich.


  • Die Idee zur Ausstellung.
  • Der Titel der Ausstellung.
  • Wie wollen wir drucken?
  • Wie viele Bilder soll die Ausstellung umfassen?
  • Welche Rahmen und Passepartout nutzen wir?
  • Brauchen wir Bild Zettel?
  • Welches Budget steht zur Verfügung?

Die Idee zur Ausstellung: Ich bin der Meinung das eine gute Ausstellung eine Idee, oder besser ein Thema haben sollte. So ist eine gewisse Bildsprache oder der Bildinhalt oftmals hilfreich der Ausstellung ein Thema zu geben. Beispiele hierfür können Themen wie Naturfotografie, Makros, People, Schwarz-Weiß oder auch Konzert Fotografie sein. Dadurch reduzierst du die Ausstellung natürlich auf ein Thema der Fotografie. Es wird aber eine sehr viel bessere und schlagkräftigere Aussage in der Ausstellung stecken.

Der Ausstellung Titel: Dieser sollte sich unmittelbar an das Thema der Bilder anpassen und im Idealfall schon auf diese hinweisen. Bei einem Titel wie “Natur im Fokus” weis jeder sofort das um Naturfotografie aller Art geht. Aus der Idee heraus entsteht schnell ein Titel, welcher Fotografen/innen, Gäste aber auch mögliche Aussteller auf deine Ausstellung aufmerksam macht.

Wie wollen wir drucken? Eine vor Allem an Anfang sehr schwierige Frage. Hier spielen sehr viele Faktoren in die Entscheidung hinein. Wollen wir auf ALU Dibond oder Forex drucken? Vielleicht aber auch auf Papier mit Passepartout? Eine sehr individuelle Entscheidung die ohne Sponsoren auch schnell vom Budget gesteuert wird. Hier muss schon bedacht werden, wo die Ausstellung hängen soll. Grundsätzlich muss zwischen Indoor und Outdoor unterschieden werden. Wir haben und für Rahmen mit Passepartout entschieden, weil wir sicher sind das wir zunächst nur Indoor präsentieren werden.

Wie viele Bilder soll die Ausstellung umfassen? Auch hier eine sehr individuelle Frage. Meiner Erfahrung nach sollten auf einer Ausstellung mindestens 30 Bilder in einer ordentlichen Größe hängen. Wir haben rund 50 Bilder gedruckt und variieren auf den Ausstellungen je nach Thema und Ausstellungsort. Zum Beispiel sagen manche Veranstalter das sie keine Schlangen sehen möchten. Oder es ist in den Räumlichkeiten nur möglich 30 Bilder zu hängen. So kann die Ausstellung immer angepasst werden.

Welche Rahmen und Passepartout nutzen wir? Mit der Erfahrung von einigen Ausstellungen und durch Tipps aus meinem Fotoclub, kann ich hier eine klare Empfehlung aussprechen. Wir nutzen die ALU Rahmen der Fa. Effect in der Größe 50x70cm mit 5cm umlaufendem weißen Passepartout. Somit sind die Drucke an sich 40x60cm. Dies ist extra so gewählt das wir das 2:3 Format der Kameras nutzen können. Ich kann nur davor warnen mit bunten Passepartouts und unterschiedlichen Schnitten zu spielen. Das sieht immer zumindest unruhig, meist aber sch….. aus.

Brauchen wir Bildzettel? Hier kann ich kurz und knapp sagen, “JA”. Die Bildzettel hängen an jedem Bild in der Nähe an der Wand und beinhalten einige Informationen zu dem Bild. Diese können sein Bildtitel, Autor, Ort, Land, EXIF Daten, Preis und vieles mehr sein. Auch ist ein QR Code möglich, der zur Ausstellung auf der eigenen Homepage führt.

Welches Budget steht zur Verfügung? Ein leider sehr entscheidender Punkt in der Planungsphase zu einer Fotoausstellung. Wir konnten über die Jahre grob heraus filtern das uns ein gedrucktes Bild fertig im Rahmen ca. 50€ kostet. Was bei den 50 Bildern die wir fertigt gemacht haben eine Investition von 2500€ bedeutet. Für Essen, Trinken und die Musik kommen schnell nochmal 500€ zusammen. Das ist eine ganze Stange Geld, die hier in die Hand zu nehmen ist, nur um anderen meine Bilder zu zeigen. Wie kann ich nun Kosten einsparen? Hier kommen dann Sponsoren ins Spiel. Ein paar Beispiele dazu. Redet mit dem Veranstalter ober er Rahmen hat, sich an den Kosten für Essen und Musik beteiligt oder im Idealfall sogar für das komplette Rahmenprogramm sorgt. Vielleicht könnt ihr in eurem Fotoclub Unterstützung bei Druck und Rahmen bekommen? Wenn ihr in den Räumlichkeiten einer großen Firma ausstellt, kann es interessant sein der Firma einige Bilder nach der Ausstellung für einen ordentlichen Kaufpreis zu überlassen. Findet Sponsoren für Flyer und Plakate.


So weit zum drucken und präsentieren der Bilder. Nun folgt noch der zweite Schritt. Die Ausstellung soll natürlich nicht gedruckt und in Rahmen in meinem Büro stehen. Viel mehr möchten wir diese einem breiten Publikum zugänglich machen. Wie wir zu diesem Ziel gekommen sind, nun am Beispiel unserer Ausstellung bei der Arbeitsamer des Saarlandes in Kirkel.


  • Wie finde ich einen Ausstellungsraum?
  • Wer ist Veranstalter der Ausstellung?
  • Vor Ort Termin machen!
  • Zeitrahmen abstecken und Vernissage planen.
  • Aufhängen der Bilder.
  • Abhängen der Bilder.

Wie finde ich einen Ausstellungsraum? Hier ist schlicht und ergreifend Networking und Fleißarbeit zu leisten. Öffentliche Gebäude, Krankenhäuser, Hallen, Firmengebäude und viele mehr sind geeignet um unsere Bilder zu zeigen. Schaut euch andere Fotoausstellungen an und sprecht vor Ort mit dem Veranstalter. Wir waren zum Beispiel 2019 bei der Arbeitskammer des Saarlandes zu Gast.

Wer ist Veranstalter der Ausstellung? Hier kommen wir auch nahtlos zum zweiten Punkt der Ausstellung. Es ist sehr wichtig, wer Veranstalter eurer Ausstellung ist. Einmal aus Versicherung technischen Gründen, aber auch aus Kosten Gründen. So wird sich der Veranstalter, welcher sich mit mit euren Bildern in seinen Räumlichkeiten schmücken darf sicher erkenntlich zeigen. Hier ist eine gute Zusammenarbeit sehr wichtig.

Vor Ort Termin machen! Ein sehr sehr wichtiger Punkt. Fahrt selbst zum Ort der Ausstellung und macht euch ein Bilde der Situation dort. Die Veranstalter wissen oft nicht wie viel Platz ein Bild braucht und wie das Licht gesetzt werden muss. Hier könnt ihr dann genau feststellen, wie viel Bilder überhaupt in die Räumlichkeiten passen und ob das Licht so ist das eure Bilder gut präsentiert sind. Wo kann das Buffet und wo wird das Redner Pult stehen? All das ist wichtig vorher zu klären.

Zeitrahmen abstecken und Vernissage planen. Organisatorisch ist dies vielleicht der dickste Brocken der ganzen Ausstellung. Es sind einige Fragen zu klären. Hier muss jeder Fotograf für sich selbst entscheiden. Wir schauen immer das unsere Ausstellungen möglichst mehrere Monate hängen bleiben können. Eine Vernissage muss es meiner Meinung nach, immer geben. Hier können Freunde, Geschäftspartner, Presse und die Lokale Bevölkerung eingeladen werden. Auf der Vernissage hat es sich als sehr angenehm erwiesen wenn ein Laudator ein paar Worte zu dem/den Fotografen spricht. Auch die Veranstalter legen Wert darauf, ihre Gäste zu begrüßen und die Ausstellung zu eröffnen. Eine Ausstellung ohne Vernissage zu eröffnen kommt nicht nur sehr unprofessionell rüber. Es wird dem Einsatz der Fotografen, Sponsoren und dem Veranstalter einfach nicht gerecht. Noch ein wichtiger Punkt zu der Vernissage. “Liebe geht durch den Magen”. Schafft eine angenehme Atmosphäre auf der Veranstaltung. Beim Essen von kleinen Häppchen und einem guten Sekt sind schon so manche Pläne geschmiedet und Bilder verkauft worden.

Auf und Abhängen der Bilder. Macht das auf keinen Fall, und ich meine auf keinen Fall auf den letzten Drücker. Die Bilder sollten im Idealfall 2-3 Tage vor der Vernissage hängen. So kannst du noch auf Unvorhergesehene Dinge reagieren. Bilder können Wellen schlagen, das Licht muss gerichtet werden oder die Bildzettel halten nicht an der Wand. Vieles kann passieren. Extrem wichtig ist es auch das die Bilder gerade hängen, hier sind Wasserwaage oder gar ein Laser sehr hilfreich.



von Christian Mütterthies, Herausgeber


  • Naturfotograf
  • Referent
  • Workshopleiter
  • Networker
  • Teil von “Natur im Fokus”
  • Fototrainer

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Bei den Heimatlichtern kannst du meine Bilder als Druck kaufen. Sollte dort ein Bild in der Galerie fehlen, spreche mich gerne an.

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