Normandie

Unterwegs an der Küste der Normandie

Im Mai/Juni 2022 konnte ich einige freie Tage dazu nutzen mich zum ersten Mal in der Normandie um zu sehen. Also gesagt, getan. Mittwochs bin ich schon mit voll gepacktem Auto und voller Vorfreude auf die Arbeit gefahren. Die Kühlbox war für 4 Tage gefüllt, der Grill installiert und der Schlafsack lag auf der Matratze in meinem genau zu diesem Zweck umgebauten Ford Tourneo Custom.

Von meinem Heimatort aus sind es gerade mal 600km bis an die Küste in der Nähe von Etrétat. Mein Plan war es allerdings mich von Sotteville-sur-Mer aus an der Küste entlang immer weiter nach Süden zu begeben und sonntags wieder von Etrétat aus zurück ins Saarland zu fahren. So war mein erster Stopp ein Parkplatz direkt an der Küste bei Sotteville-sur-Mer. Schon hier war ich froh, dass mein Ford “nur” 2.04m hoch ist. Die Parkplätze in der Normandie sind fast alle durch irgendwelche Begrenzungen in der Höhe nur bedingt zu nutzen. So werden wirkliche Wohnmobile oder Kastenwagen mich echtem Hochdach draußen gehalten. Ich hatte zum Dach teils nur 3-4cm Luft um auf die Parkplätze zu kommen. Dies muss bei der Planung auf jeden Fall bedacht werden. Bei Sotteville-sur-Mer gibt es einen sehr steilen Zugang zur Küste. Hier geht es vom Parkplatz aus gute 100 Höhenmeter nach unten ans Meer. Dort musste ich dann über eine Stahlleiter zum eigentlichen Strand absteigen. Wie immer in der Normanie und Bretagne auf eignen Gefahr. Belohnt wurde ich sowohl zu Sonnenuntergang als auch zum Sonnenaufgang mit genialen Bedingungen am Strand. Hier gibt es Kiesel, Sand, Felsen und natürlich die geniale Steilküste.

Weiter ging die Fahrt am nächsten Tag in die Nähe von Fécamp, einem schon etwas größeren und sehr quirligen Küstenort. Hier hatte ich das Glück, einen Stellplatz für mich alleine zu haben. Zur Küste waren es gerade mal 15Min. zu Fuß. Ein genialer Platz in absoluter Ruhe. Die Felsen an der Küste sind in dieser Gegend etwas größer und seltener zu finden. 

Etrétat selbst und die Küstenlinie um den Hauptort an der Küste war dann mein letzter Standort auf dieser Reise. Hier hab ich zwei Nächte verbracht, um verschiedene Küstenabschnitte zu besuchen. Mein Plan war es eigentlich in der Stadt auf einem Parkplatz zu übernachten und von dort morgens zum Strand zu gehen. Aber, manchmal kommt es anders als man denkt. In Etrétat war schlicht die Hölle los. So wurde der Plan etwas geändert. Ich fotografierte den Sonnenuntergang an einem Aussichtspunkt südlich der Stadt und übernachtete dort. Dann den Wecker auf 4Uhr gestellt und Nachts in die Stadt gefahren. Zu der Zeit war es kein Problem, einen Parkplatz zu finden. Zum Sonnenaufgang war ich schon wieder unterwegs. Bis die Massen an Besuchern an den Strand strömten, hatte ich meine Bilder im Kasten. Eine weitere Übernachtung machte ich dann noch einmal weiter in der Umgebung von Etretat. Ein genialer Platz ca. 5km vor der Stadt. Auch hier war nur wenig los.

Ein kleines Fazit. Die Normandie ist für Seascape Fotografen ein genialer Flecken Erde. Die Fotografie an der Küstenlinie mit dieser gigantischen und wirklich beeindruckenden Steilküste ist ein Traum. Hier könnt ihr sicher eine ganze Woche an verschiedenen Locations fotografieren, ohne dass langweilig wird. Einfach Seascape vom Feinsten. Zu Bedenken möchte ich noch geben, dass es ihr auf keinen Fall leichtsinnig an dieser Küste unterwegs sein solltet. Weder auf den Felsen die teils 100m senkrecht nach unten fallen noch an der Küste mit einem extremen Tidenhub zwischen Ebbe und Flut. An Brückentagen, wo auch in Frankreich ein Feiertag ist, würde ich in Zukunft die größeren Städte und Dörfer wie Etrétat und Fécamp meiden.