Reisetagebuch schreiben.

22. Mai 2021

Heute werde ich euch mein Reisetagebuch etwas näher bringen.

Warum schreibe ich überhaupt ein Reisetagebuch?

Wie gehe ich auf Reisen vor um eine gewisse Disziplin beim schreiben der Texte zu haben?

Bringt das Ganze überhaupt etwas? 

Viele Fragen zu einem zunächst recht einfachen Thema. Los geht´s mit dem Beitrag und meinen Erfahrungen zum Thema Reisetagebücher.

  • Naturfotograf
  • Referent
  • Fototrainer
  • Workshop Leiter
  • Netzwerker 
  • Teil von “Natur im Fokus”

Ich sitze zusammen mit Daniel Spohn und meinem Sohn in einer kleinen Steinhütte im Andringitra Gebiet auf Madagaskar. Das Lagerfeuer brennt schon und wir wärmen uns an den Flammen. Gerade haben wir zu Abend gegessen und den Tag an uns vorbei ziehen lassen. Es war eine wunderbare Wanderung Heute mit vielen Eindrücken und Erlebnissen. Aber wo waren wir Gestern? Was haben wir Vorgestern alles erlebt? Mitten im Gespräch merken wir, dass es auf derart intensiven Reisen alles andere als einfach ist sich an alles zu erinnern was in den letzten Tagen passiert ist. Ich würde sogar behaupten, es ist unmöglich. Nach 14 Tagen einer derart intensiven und ereignisreichen Reise wie z.B. dieser Madagaskar Tour sind derart viele Eindrücke, Gefühle, Gerüche und Überraschungen auf mich eingeströmt, dass es unmöglich scheint mich an alles zu erinnern. So geht es mir schon nach ein paar wenigen Tagen hier im Andringitra. Wie soll ich mich erst in ein paar Monaten oder gar Jahren an diese Reise zurück erinnern?

 

Genau an dieser Stelle kommt mein Reisetagebuch ins Spiel. Ich kann einfach dieses kleine Büchlein aus dem Bücherregal an meinem Schreibtisch ziehen und lese dort genau was wir am xx.xx.xx im Andringitra gemacht haben. Welche Tiere wir gesehen und welche Strecke wir gewandert sind. Eine nicht zu ersetzende Quelle an Informationen und Erinnerungen

 

Seit meiner ersten Tour 2007 mit dem Rucksack durch Madagaskar führe ich nun schon auf jeder Reise dieses Tagebuch. Halte meine Erlebnisse, Emotionen und Gefühle auf den kleinen DIN A5 Seiten fest. Wie ich das praktisch vor Ort umsetzte ist eigentlich sehr einfach erklärt. Jeden Abend und ich meine jeden Abend bevor ich mich zum Schlafen lege setzte ich mich für ein paar Minuten ruhig hin uns lasse den Tag an mir vorbei ziehen. Hier ist es wirklich egal ob ich mich in einem Hotel, dem Camper oder eben dem Zelt im Andringitra befinde. Leider fällt es mir auch nicht immer leicht die Disziplin aufzubringen um mich an meine eigenen Vorgaben zu halten. Aber es lohnt sich in jedem Fall. Ich sitze also im Bett, die Beine im Schneidersitz, die Kopflampe auf der Stirn und dieses kleine Büchlein in der Hand. Nun schreibe ich in meinen Worten sehr schonungslos auf was an diesem Tag los war. In der Gewissheit, dass dieses Buch ein Dokument meiner Stimmungen und Gefühle in genau diesem Moment ist. Für mich war von Anfang an klar, dass ich die Texte frei aus der Seele schreiben werde. Was bedeutet das auch Worte enthalten sind, die ich in meinem normalen Sprachgebrauch ehr seltener nutze. Ihr könnt euch denken was ich meine. Dies geht nach Meiner Meinung nur, wenn klar ist das es außer mir selbst keiner diese Texte zu lesen bekommt. Das könnte mit der Schrift eh keiner lesen. 

 

Nun möchte ich dir in diesem Bericht aber einen kleinen Einblick in mein Reisetagebuch geben. Hierzu picke ich mir ganz gezielt zwei Momente aus den letzten Jahren heraus, die mir sehr viel bedeuten, oder die mir vor Ort einfach nahe gegangen sind. Das erste Zitat stammt aus Schottland von dem Tag an dem wir zum Old Man Of Storr gewandert sind. Das zweit von meiner ersten Begegnung mit der Lady Aurora in Norwegen.

Diesen Tag werde ich nie vergessen. Die ganze Nacht hat es in Strömen geregnet und das Wohnmobil ist vom Wind ordentlich durchgeschüttelt worden. Nico, ist wie in Trance um 7Uhr aufgestanden, hat sich angezogen und gemeint, "Ich gehe hoch". Völlig irre. Pascal und ich schauen uns kurz an, schütteln den Kopf und waren ab. Es stürmt und regnet weiter. Gegen 8.30Uhr telefonieren wir mit Nico. Der schreit ins Handy, "kommt hier hoch, aber zieht euch warm an". Pascal ist sofort los. Ich folge den beiden 30 Minuten später. Was ein scheiß Wetter. Für die 2km brauche ich 2 Stunden. Der Wind nimmt immer mehr zu. Oben am Storr peitscht er mir die Tropfen waagerecht ins Gesicht. Ich kann mich kaum auf den Beinen halten. Völlig durchnässt treffe ich die zwei Verrückten auch noch.

Am Abend des 08.02.2019 am Old Man of Storr in Schottland

2.30Uhr ich liege im Bett und bin völlig im Arsch. Heute Mittag sind wir in Tromsö gelandet. Kurz in die Wohnung zu Almuth und dann raus um Nordlichter zu jagen. Irgendwann gegen 22 Uhr haben wir auf einer Hochebene ca. eine Stunde von Tromsö weg gestanden. Alois hat uns die Stelle gezeigt. Plötzlich ist der Himmel grün, es zuckt über uns in allen möglichen und unmöglichen Formen. Mein erstes Nordlicht. GEIL

Am Abend des 24.02.2018 in Tromsö

In den letzten Monaten konnte ich aus bekannten Gründen nicht wirklich viel reisen. Natürlich ein absolutes Luxusproblem welches ich da habe. Für einen Fotografen der in “normalen” Jahren immer mindestens zwei Mal auf Reisen ist, aber durchaus ein großer Einschnitt. Diese kurzen Auszeiten vom Alltag sind einfach Gold wert. 

 

Was hat aber das Reisetagebuch damit zu tun? Hier kommt ein weiterer Vorteil des Tagebuches zum tragen. Oft sitze ich am PC und schaue mir ganz gezielt Bilder von vergangenen Reisen an. Zum einen um diese vielleicht noch mal mit neuen Techniken zu bearbeiten. Zum Anderen aber auch um in Erinnerungen zu schwelgen. Hier lege ich das Tagebuch oft neben die Tastatur und schaue bei dem einen oder anderen Bild in die Texte des Buches. Eine wunderbare Art der Zeitreise zurück zu den verschiedensten Orten an denen ich schon fotografieren durfte. Noch wichtiger ist das Buch beim erstellen von Multivision Schauen. Zum Beispiel konnte ich so bei der neuen “Europa” Schau mit Bildern von Alois Saal, Nico Schütz und mir sehr gut die Geschichten aus dem Buch nutzen. Manch eine Erzählung hätte ich aus dem Kopf niemals mehr zusammen gebracht. Gerade diese Schau lebt extrem von der Erzählungen der Erlebnisse vor Ort. So lese ich eine Passage aus dem Buch auch auf der Bühne vor. Von vielen Zuschauern kommt dann die Rückmeldung, das sie dies sehr eindrücklich fanden. 

 

 

Nun bleibt nur noch eine Frage offen. Schreibst du auch ein Reisetagebuch? Sehr gerne kannst du mir einen Kommentar hier unter dem Beitrag hinterlassen.

Wie ihr alle sicher wisst bin ich sehr viel auf Reisen unterwegs um zu fotografieren. So hat mich die Fotografie schon in einige Ecken unserer Erde geführt. Von Afrika über die USA, Kuba bis in den hohen Norden nach Nord-Norwegen. Eine ganz besondere Beziehung aber pflege ich zu einem ganz sehr nahe gelegenen Ort. Die meiste Zeit des Jahres verbringe ich nämlich nicht auf irgendwelchen Fotoreisen um die Welt. Nein, ich bin in meinem Heimatort unterwegs. So erkunde ich immer wieder verschiedenen Locations hier in meiner Heimat. Auch ein doch recht kleiner Ort wie die Gemeinde Marpingen kann durchaus fotografisch so einiges bieten. So möchte ich euch in diesem Beitrag mit nehmen auf eine kleine Exkursion durch mein Marpingen.

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Blogbeitrag Reisetagebuch

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Mein lieblings Objektiv

Gibt es so was überhaupt, ein Lieblings Objektiv?

Sicher gibt es so etwas. Würde ich an diese Fragestellung einfach analytisch heran gehen und mir anschauen mit welchem Objektiv ich am häufigsten fotografiere. Das Ergebnis wäre eindeutig. Aber, ist das dann auch mein Lieblings Objektiv? Das kann ich schon vorweg nehmen. In meinem Fall, ist es das.

In meinem aktuellen Lightroom Katalog tummeln sich 22922 Bilder, die seit 2007 aufgenommen wurden. Ich gebe zu, das ist nicht wirklich viel. Wer mich kennt

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Was zeichnet diesen Workshop aus?


  • 6-7 h Theorie und Praxis mit dem erfahrenen Fototrainer Christian Mütterthies

  • Grundeinstellungen und Grundwissen deiner Kamera. Egal ob Handy, Bridge-, DSLR- oder spiegellose Systemkamera (DLSM)
  • Zusammenhänge erkennen. Wie funktionieren 

  • Belichtungszeit, Blende und ISO?

  • Nutzen und Grenzen der Programme: Blendenvorwahl, Zeitvorwahl

  • Motivprogramme der Kamera nutzen lernen.

  • Bildqualität (JPG oder RAW). Was ist der Unterschied?

  • Bildaufbau als Grundlage guter Fotos
  • Sinnvolles und weniger sinnvolles Equipment

  • Bildbesprechung unter Anwendung der gelernten Inhalte

  • Hoher individueller Lernerfolg durch kleine Gruppe (4-10 Personen)

  • 99 € pro Person (Gruppen auf Anfrage)

Weitere Infos und Details zu diesem Workshop per Mail an info@naturimfokus.com.